Wolf - Jens R. Schlömer

Wie sieht ein Weg in die
Zukunft ohne Natur aus? 
Sonntag, 3. Oktober 2010

Gedanken eines (modernen) Gottkönigs

Ähnlichkeiten mit Situationen, Orten und Personen der realen Welt sind nicht ausgeschlossen – trotzdem ist dieser Text rein fiktiver Natur..?


Abschaum, der sich gegen meine Entscheidung stellt.
Wo ich doch meiner Vision folge, um ein fantastisches, für alle Schichten meiner Untergebenen nutzbares, Bauwerk zu schaffen.
Warum wehrt ihr euch? Ihr versteht doch gar nicht, um was es hier geht. Wie solltet ihr auch, ihr seid nur gemeines Volk. Könntet ihr aus meiner Position, die alles überblickt und gegen jeden Zweifel erhaben ist, die Tatsachen betrachten, wüsstet ihr, dass ich richtig handle.
Ihr könnt doch nur den einen Schritt vor euch sehen, ohne zu wissen was rechts und links neben euch geschieht.Selbst den zweiten Schritt vor euch, seid ihr bereits nicht mehr in der Lage zu sehen.
Ihr solltet dankbar sein, dass ihr einen Führer wie mich habt.
Ich bereite euch den Weg in eine glänzende Zukunft. Ich gebe euch ein Gebäude, dessen Genialität, Funktionalität und Schönheit euch bis in alle Ewigkeit an meinen Glanz und meinen Namen erinnern wird.
Das Alte muss natürlich weichen, es ist ohnehin nur ein Denkmal an etwas, das ihr längst vergessen habt. Was stören euch die paar Pflanzen, die zertreten werden müssen um etwas viel größeres zu schaffen.
Was haltet ihr euch überhaupt hier auf? Ihr solltet lieber wieder in eure Behausungen zurückkehren, damit ihr morgen frisch an euer Tagwerk gehen könnt. Denn ich werde euch alle an meiner Vision teilhaben lassen. Ihr müsst nur eure Münzen bei dem Eintreiber abgeben. Ich verlange ja auch gar nicht viel von euch. Ihr dürft sogar den fünfzigsten behalten.
Und jammert nicht, ihr lebt durch meine Gnade ein hervorragendes Leben.
Nun geht endlich und lasst meine Arbeiter ihr Tagwerk tun. Reicht es nicht, dass meine ehrenvollen Kämpfer euch zurückdrängen und zur Vernunft bringen? Müsst Ihr auch eure Kinder und Alten aufwiegeln? Es reicht euch wohl nicht den Stock zu spüren und unter dem Gift zu leiden?
Muss ich denn erst ein paar von euch zu Tode prügeln lassen, damit ihr an eure Stellung erinnert werdet und euch in eure Löcher verkriecht?
Wir werden ja sehen, wer hier die Macht besitzt…

Dies ist mir so durch den Kopf gegangen, nachdm ich mir die Berichte über Stuttgart 21 durchgelesen bzw. gesehen habe.

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